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Maison Jean Cocteau: Eine Saison 2026 Im Zeichen Künstlerischer Freundschaften

Maison Jean Cocteau: Eine Saison 2026 Im Zeichen Künstlerischer Freundschaften

Vom 18. April bis zum 29. November 2026 öffnet das Maison Jean Cocteau in Milly-La-Forêt wieder seine Türen. Auf dem Programm stehen Meisterwerke, die vom Centre Pompidou ausgeliehen wurden, zwei neue Ausstellungen und ein Konzertzyklus, der den Geist des Dichters zum Klingen bringt.

Ein poetisches Refugium in Milly-La-Forêt

Im Schatten des Schlosses La Bonde erhebt sich das Haus des Bailli wie ein Filmset, das in der Zeit stehen geblieben ist. Jean Cocteau kaufte es direkt nach den Dreharbeiten zu Die Schöne und das Biest und machte es von 1947 bis zu seinem Tod im Jahr 1963 zu seinem Rückzugsort.

Zwischen diesen Mauern lebte er, arbeitete, empfing seine Freunde und platzierte die Gegenstände, die er liebte. Die Schwelle zu überschreiten bedeutet also, den Spiegel zu durchqueren und in ein Universum einzutreten, in dem die Werke, die Möbel und die Erinnerungen ein lebensgroßes Selbstporträt bilden.

Ein Haus mit dem Label "Maison des Illustres".

Dieses Label zeichnet Häuser aus, die bedeutende Persönlichkeiten unseres Kulturerbes beherbergt haben. Es garantiert dem Besucher ein authentisches Eintauchen in das Leben des Künstlers, ohne aufdringliche Inszenierung.

Hier ist alles im Blick geblieben: der Sessel am Fenster, einige gefundene Kleinigkeiten, die mit Zeichnungen übersäten Wände: der Alltag eines vielseitigen Schöpfers, abwechselnd Dichter, Filmemacher oder Dekorateur.

Die Saison 2026 auf einen Blick

Das Maison Jean Cocteau wird vom 18. April bis 29. November 2026 wiedereröffnet. Neun Monate, um den Ort (wieder) zu entdecken, aber auch um die Neuerungen zu genießen, die diese Saison prägen.

Darunter außergewöhnliche Leihgaben, zwei temporäre Ausstellungen und ein Zyklus von Sommerkonzerten. Ein dichtes Programm, das als ständiger Dialog zwischen dem Haus, Milly-La-Forêt und den künstlerischen Freundschaften des Dichters konzipiert ist.

Zwei seltene Porträts, zwei Blicke auf Cocteau

Dank der Leihgaben des Musée national d'art moderne, Centre Pompidou, kann die Öffentlichkeit zwei große Porträts des Hausherrn bewundern. Das erste, 1912 von Jacques-Émile Blanche signiert, fängt die rebellische Jugend eines Literaturdandys ein.

Das zweite, 1955 von Bernard Buffet gemalt, zeigt ein nachdenklicheres Gesicht, geprägt von Jahren intensiver Schaffenszeit. Diese nebeneinander ausgestellten Gemälde zeugen von den Verbindungen, die Cocteau mit den Künstlern des 20. Jahrhunderts geknüpft hat.

"Colette, eine große Schwester": literarische Verbundenheit

Ab dem 18. April 2026 erforscht die erste temporäre Ausstellung die fast brüderliche Freundschaft zwischen Colette und Cocteau.

Zeichnungen, Fotografien, Objekte, Erstausgaben, Briefe und Videos bilden einen sensiblen Rundgang. Das Herzstück: ein Porträt von Colette, das Cocteau 1944 überraschenderweise mit Mehl und Kohle gemalt hat.

Zwischen zwei Vitrinen nimmt man den zärtlichen und manchmal neckischen Blick wahr, den sie einander zuwarfen.

"Die Kapelle der Einfachen": wenn die Wand zum Fresko wird

Die zweite Ausstellung, die bis zum 29. November 2026 zu sehen ist, enthüllt die Entstehung der Gemälde in der Kapelle Saint-Blaise-des-Simples, der Begräbnisstätte des Dichters.

Ikonographie der „Simples“, dieser Heilpflanzen, Auferstehung Christi, Modell der Glasfenster: Alle Meilensteine einer monumentalen Schöpfung, die zwischen 1957 und 1960 entstand, werden enthüllt. Man erkennt, wie sehr Cocteau es liebte, spirituelle Inspiration mit botanischen Motiven zu verbinden.

Ein Sommer voller Musik, acht intime Konzerte

Vom 13. Juni bis 19. September lässt das Haus seine Leidenschaft für Musik mit einem Zyklus von acht Konzerten erklingen.

Jeden Samstag um 18 Uhr lädt eine etwa einstündige Pause alle Besucher ein, originelle Programme zu entdecken, die speziell für diesen Ort zusammengestellt wurden. Von der Eleganz eines Liedes von Reynaldo Hahn bis zu den nervösen Rhythmen des Jazz wird hier Cocteaus Eklektizismus in Noten übersetzt, getragen von anspruchsvollen, aber niemals elitistischen Musikern.

Im Garten spazieren, den Besuch verlängern

Nach der Ausstellung oder dem Konzert wäre es schade, ohne einen Blick in den Garten zurückzukehren. Ein paar Schritte genügen, um von der Speisehalle zu den grünen Alleen zu gelangen, wo die gesammelten Objekte mit den Blumen im Dialog stehen.

Man verweilt, hebt den Kopf: Die Silhouette des Schlosses La Bonde erinnert im Hintergrund an die ganze Geschichte des Ortes. Im Sommer verleiht das flache Licht den Steinen einen goldenen Glanz, eine fast filmische Klammer.

Nota Bene

  • Maisons des Illustres: ein offizielles Label, das auf die Häuser hinweist, die bedeutenden Persönlichkeiten der Kultur gehörten und die zu Besuchszwecken zur Weitergabe geöffnet sind.
  • Simples: alter Name für Heilpflanzen, die in traditionellen Heilmitteln verwendet werden.

In der Praxis, Kurs auf 2026

Ob man für die Porträts kommt, um Colette zu ehren, die Kapelle zu entdecken oder einfach nur, um bei Einbruch der Dämmerung ein Konzert zu hören, das Maison Jean Cocteau verspricht eine Reise jenseits der Zeit.

Die Türen bleiben bis zum 29. November 2026 geöffnet: mehr als genug Zeit, um einen kulturellen Ausflug nach Milly-La-Forêt zu planen und sich von der Poesie des Ortes berühren zu lassen.

Autor: Loïc
Copyright bild: maison Cocteau / Gralon IA (images non contractuelles)
Weitere Informationen: https://maisonjeancocteau.com/
Auf Französisch: Maison Jean Cocteau : une saison 2026 sous le signe des amitiés artistiques
Auf Englisch: Jean Cocteau House: a 2026 season marked by artistic friendships
Auf Spanisch: Casa Jean Cocteau: una temporada 2026 bajo el signo de las amistades artísticas
Auf Italienisch: Casa Jean Cocteau: una stagione 2026 all'insegna delle amicizie artistiche
L’Inguimbertine: die einzige Bibliotheksmuseum Frankreichs in Carpentras
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